Walliserhaus
Das alte Walliser Haus aus dem 18.Jh befindet sich am Ortseingang zu Ernen, einem Dorf im Obergoms, das 1979 mit dem Wakkerpreis des Schweizer Heimatschutzes ausgezeichnet wurde. Das Haus liegt im historischen Ortskern und teilt sich eine Fassade mit der massiven Friedhofsmauer der Kirche St. Georg. Zwei bestehende Ferienwohnungen sollen unter dem Dach zu einer zusammengelegt werden und einen eigenen Zugang erhalten. Die räumliche Idee des Umbaus trägt der speziellen Lage des Hauses Rechnung, indem die Aussicht ins Dorf und ins Tal thematisiert wird. Die kleinteilige Struktur im Bereich des Wohnens wird zugunsten eines von West nach Ost durchgehenden grosszügigen Raumes aufgehoben und der Dachboden der Raumhöhe zugeschlagen. Die beiden tragenden Blockwände wurden von ihrer Verkleidung freigespielt und kennzeichnen den zentralen Raum. Ein innenliegender Körper zwischen Wohnraum und Küche beinhaltet nebst Kamin und Küchenhochschränken seitliche Ablagefläche und ummantelt durch seine abgewinkelte Form den alten Kamin sowie auch die Giebelabstützung. Für den Umbau wurden nur lokale Hölzer verwendet und die Materialpalette möglichst klein gehalten. Sämtliche neuen Wand- und Bodenflächen wurden in Fichtenholz ausgeführt. Die alten Dielbaumbretter des ehemaligen Estrichbodens wurden für alle Einbauten in der Küche und den Bädern, sowie für andere Ablagen wiederverwendet.
| Ort | Kirchweg, Ernen |
|---|---|
| Programm | Umbau in einem historischen Walliserhaus |
| Bauherrschaft | Privat |
| Auftragsart | Direktauftrag |
| Jahr | 2011 – 2013 |
| Projektteam | Tilmann Schmidt, Daniela Zimmer, Pascal Hentschel, Harry Diehl |
| Baumanagement | Zimmer Schmidt |
| Tragwerk | Holzbau Weger |
| Bildnachweis | Fotografien: Mark Niedermann |